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Offene Ateliers: 15. - 18.Juli 15.00 -21.00 Uhr
Nach diesem Wochenende hat nur die Dachgalerie Haus 49 zwischen 15.00 - 21.00 Uhr geöffnet.
Domagk, 15.7.2004. In der Galerie von Haus 49, wurden die 11. Domagktage feierlich eröffnet.
Nach einem Grußwort des Vorstandsvorsitzenden des DOKU e.V., Alaric Hamacher, sprach der Schirmherr der diesjährigen Domagktage, Klaus von Gaffron als Vorsitzender des Berufsverbands Bildender Künstler. Gaffron bat die Stadt, die Künstler ernsthaft zu unterstützen, und forderte auch die Künstler auf, mehr Verantwortung zu übernehmen. "Ein Künstler ist kein kleines Tier, was in der Ecke liegt, um hervorgeholt und gestreichelt zu werden..." so Gaffron. Aber auch die Stadt München sollte beweisen, daß sie es mit der Unterstützung der Domagkateliers ernst meint. Zu unklar sei aus seiner Sicht die Position der Stadt, auch wenn er lobend die Zusage von 20.000 Quadratmetern Atelierfläche durch den Stadtrat hervorhob.
Eröffnungsrede zur Eröffnung der Domagktage, 15.7.2004, 19:30 Galerie Haus 49
Alaric Hamacher, Vorstandsvorsitzender des DOKU e.V.
Sehr geehrte Mitglieder, Sehr geehrter Herr von Gaffron, Sehr geehrte Damen und Herren, als Vorstandsvorsitzender des Doku e.V. Heisse ich Sie heute abend in der Galerie von Haus 49 sehr herzlich willkommen.
Mein Name ist Alaric Hamacher. Ich bin Filmproduzent und habe seit zwei Jahren mein Büro in Haus 49.
Seit Anfang diese Jahres bin ich Vorstandsvorsitzender des DOKU e.V. Dabei habe ich einige Erfahrungen machen müssen. Darunter auch die große Frage:
Was sind eigentlich die Domagkateliers?
11 Jahre Ateliers, Kunst, Selbständige, Musiker, Performer kleine Start-Ups.
Die Domagkateliers sind einzigartig in München, in Deutschland und in Europa
Warum einzigartig? - UnsereAteliergemeinschaft ist selbstverwaltet.
Insgesamt 11 Häuser, 5 eingetragene Vereine
Zusammen machen wir ca. ¾ Mio EUR Umsatz im Jahr
Das ist hauptsächlich die Miete, die wir an den Eigentümer des Geländes abführen
Der Bund oder genauer gesagt, das BVA Landshut, Ortsverwaltung München.
Seit über 11 Jahren gelingt es uns, preisgünstige Ateliers
für etwa 200 Künstler bereitzustellen und darüber hinaus, wie sie heute sehen können,
aktiv das Kulturleben der Stadt München mitzugestalten. Wir integrieren auf unserem Gelände 28 Nationen.
Wir sind besonders stolz auf die Tatsache, dass es uns gelingt den Laufenden Betrieb seit über 11 Jahren ohne Subventionen aufrecht zu erhalten.
Das gelingt nur, weil wir ehrenamtlich organisiert sind.
Die gilt für die Verwaltung, die Instandhaltung, die Organisation.
Die Person neben Ihnen könnte vielleicht die Lampen vor dem Haus gewechselt haben, damit Sie heute Abend nicht im Dunkeln nach Hause gehen müssen.
Wer hier arbeitet bekommt ein Netzwerk, eine erstklassige Infrastruktur, Räume, Platz für Ideen. Im Gegenzug erwarten wir von jedem je nach seinen Fähigkeiten Einsatz für die Gemeinschaft. Dies soll sich bereits in der Bewerbung niederschlagen. Unsere Unterlagen finden sie zum Download auf unserer neuen Webseite www.domagkateliers.de.
Für den guten Ablauf der Verwaltung in der selbstverwalteten Ateliergemeinschaft sind unterschiedliche Qualifikationen notwendig. IT-Spezialisten, Könige der Open Source Anwendungen. Graphiker, Designer, Musiker
Hier Arbeiten macht Spaß, wir sind alle sehr stolz Ihnen heute zu den Domagktagen und auch bei jeder Anderen Gelegenheit vorführen zu können, was wir auf die Beine gestellt haben.
Die Stadt München hat das Potential, das in der Gemeinschaft der Domagkateliers steckt erkannt. Dafür können wir uns nicht genug bedanken, denn: Der Stadtradt hat 20.000 qm für die Domagkateliers als „Cité des Artistes“ vorgesehen. Die sind für uns reserviert.
Um uns herum werden Wohnungen entstehen, Büros, eine Schule, alle nötige Infrastruktur, die ein moderner Stadtteil braucht. Hier wird ein Gebiet erschlossen, in dem tausende von Menschen wohnen werden und arbeiten.
Mitten in diesem Stadtteil können wir eine besondere Rolle einnehmen.
Abends an der „zahrten Feuerstelle“ malen wir uns aus, was in zehn oder fünfzehn Jahren aus diesem Teil des Geländes wird:
- Die einen träumen von Ausstellungen von nationaler und internationaler Bedeutung, die mindestens einmal im Jahr hier stattfinden. Eine Art Campus und Kaderschmiede für werdende Künstler.
- Andere haben mehr Besitzstanddenken und wünschen sich den Erhalt ihrer Räume, zu günstigen Preisen, damit sie selbst in der Stadt bleiben können.
Die Realität wird sein, daß wir in diesem neuen Stadtteil ein gewachsenes Kulturleben anbieten können. Für Familien mit kleinen Kindern die in den neuen Wohnungen wohnen werden. Wenn die Kinder größer werden, werden sie einen Bedarf nach Kultur- und Freizeitaktivitäten entwickeln. Wir können ein Angebot erstellen, damit die Kinder in den Bürozeilen nicht nur die Fensterscheiben einschlagen.
Doch auch für die Erwachsenen werden wir eine große Rolle spielen können. Die aktuelle Wirtschaftslage zusammen mit der dramatischen demographischen Entwicklung, machen Klar, dass Konsum alleine keine Lebenssinn spendende Funktion mehr hat.
Wir können Angebote und Beschäftigung liefern für diese Menschen. Wir wissen wie man unterschiedlichste Soziale Gruppen unterschiedlichster Nationalitäten zusammenbringt. Und noch ein großer Vorteil: Wir sind zu Fuß erreichbar.
Wir gewinnen durch die vielen Menschen im neuen Stadtteil.
Und wir können den Stadtteil mit einem aktives Kulturleben in den Domagkateliers aufwerten. Insgesamt ist das ein Gewinn für die Stadt München..
Es ist eine Chance so aktive an der Entwicklung einer Stadt mitwirken zu können. Aber 20.000 Quadratmeter gestalten... Was bedeutet das? Was bedeutet das konkret?
Mit Architekten über Sanierungsmaßnahmen und Neubauten sprechen.
Gespräche mit Banken und Immobiliengesellschaften führen.
Stadtplanerische Konzepte vorlegen, die es mit den renomiertesten Architekturbüros aufnehmen können.
Wir haben so viele Aufgaben und brauchen jetzt kompetente Mithelfer.
Denn, was die Stadt München in den nächsten Wochen und Monaten erwartet, übersteigt die Fähigkeiten selbst der besten selbstverwalteten Gemeinschaften.
Mit dem was Sie heute abend hier in 11 Häusern, 5 Kunstvereinen, über 280 Künstler Musiker, Performer und Bands sehen. Ist die Grenze von dem erreicht, was sich in unserem Rahmen von ehrenamtlicher Tätigkeit vollbringen läßt.
Das Motto der Diesjährigen Domagktage heisst „Kunst findet Stadt“ - Wir wolten Sie zu uns einladen, um Sie für diesen Außergewöhnlichen Stadtteil in München zu begeistern. Wir wollen den Dialog öffnen. Ich würde mir wünschen, daß die Bürger der Stadt die Kunst finden.
Bewegen Sie ihre Vorstellungskraft, wir können hier träumen und erschaffen! Wenn unter Ihnen Architekten, Rechtsanwälte, Immobilienfachleute oder fitte Betriebswirte sind, die immer schon davon geträumt haben ihre Fähigkeiten für etwas sinnvolles, etwas bleibendes und etwas wertvolles einzusetzen – Wir laden Sie ein. Stellen Sie unserer Zukunft ein kleines Stück ihres Fachwissens zur Verfügung.
Die Chance, die wir jetzt haben ist einmalig, wenn alles in München zugebaut ist, wird es Sie kein zweites mal geben.
Wir haben am Eingang einen Pokal für Visitenkarten eingerichtet. Das ist für diejenigen unter Ihnen, die fortlaufend über unsere Veranstaltungen informiert werden möchten. Sprechen Sie mich gerne heute abend an. Unser Erfolg wird in Großen Teilen von Ihrer Mithilfe bestimmt werden.
Zum Abschluss möchte ich noch meinen Dank aussprechen, an Sie alle, die so zahlreich erschienen sind. Ich wünsche Ihnen viele Einblicke und Endeckungen. Ich möchte mich auch sehr herzlich bei allen Bedanken, die im Haus und auf dem Gelände am guten Gelingen der Domagktage mitgearbeitet haben. Ich danke den Kuratoren dieser Ausstellung Artur Zab und Christoph Siegel. Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei unserem Schirmherrn, Herrn von Gaffron. Wir sind sehr stolz, daß wir ihn in diesem Jahr für diese Position gewinnen konnten.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit, und übergebe das Wort an unseren Schirmherrn.
Entwurf, es gilt das gesprochene Wort. |