|
September 2006: IG Domagkateliers hat Nutzungskonzept vorgestellt
|
|
|
|
|
|
|
|
|
München, September 2006 -
Interessengemeinschaft Domagkateliers hat der Münchner Stadtverwaltung künftiges Nutzungskonzept vorgestellt
Unter der Regie von Stadtdirektor Wolfgang Lippstreu baten die städtischen Referate für Kultur, Kommunales
und Planung die Künstlerschaft am 31.8.2006 zum Stelldichein in den großen Sitzungssaal im Kulturreferat.
Zusammen mit ihrem Projektentwickler "Comes Real" stellte die Vertretung der Künstler ihr Konzept für den
Erhalt der Künstlerkolonie neben dem künftigen Neubaugebiet in der ehemaligen Funkkaserne vor.
Diesem Neubaugebiet wird Ende 2007 ein Großteil der bisher von der Künstlerkolonie "Domagkateliers"
bespielten Atelierhäuser zum Opfer fallen.
Die Interessengemeinschaft, welche die ca. 300 ansässigen Künstler aus 35 Nationen vertritt, erarbeitet seit
Jahren mit den städtischen Referaten, dem Projektentwickler "Comes Real", Beratern aus den Bereichen
Architektur, Recht und Finanzierung und dem Bezirksausschuss 12 Strategien für eine Zukunft der von den
Münchner Künstlern dringend benötigten kostengünstigen Ateliers.
Das vom Projektentwickler Comes Real und Vertretern der Künstler gemeinsam vorgetragene Konzept der IG
sieht die Sanierung von über 100 Ateliers vor, die zu einer Kaltmiete von höchstens 5 € / qm (dies entspricht
einer Warmmiete von unter 8 € / qm) an Künstler vermietet werden sollen. Obendrein wird an einem Konzept
für einen multifunktionalen Veranstaltungsraum gearbeitet, dessen Finanzierung jedoch noch nicht geklärt ist.
Die Anwesenden bescheinigten der IG Domagkateliers und Comes Real die gute Qualität der Inhalte und Ideen.
Als anspruchsvolle Aufgabe zeigte sich der Erhalt des vom Stadtrat gewünschten und den Künstlern als
notwendig erachteten Koloniecharakters. Die voranschreitende Überplanung mit großen Gewerbeflächen am
Frankfurter Ring rückt die Wohnbebauung immer näher an die Künstlerateliers und bedroht den Bestand des
vorletzten Atelierhauses 49. Oliver Stromberg, Sprecher der Interessengemeinschaft: "Wenn Haus 49 wegfällt,
ließe sich der Charakter einer Künstlerkolonie nicht aufrecht erhalten."
Haus 49 schließt den Innenhof von Haus 50 in Richtung Wohngebiet ab. Ihm wurde von den Künstlern zudem
eine weitere wichtige Funktion zugedacht: Durch "nichtstörende" Belegung sollte es als Puffer zwischen den
Kunstproduktionsstätten und dem Wohngebiet dienen und damit das Künstlerareal stadtplanerisch abrunden.
Georg Höngdobler aus dem Presseteam der IG: "Haus 49 macht die Sache rund und schirmt die benachbarten Anwohner
gegen die Emissionen der Werkstätten im Haus 50 ab". Sollte das Haus 49 einem Wohnungsbau weichen müssen,
befürchten die Künstler einen ständigen Konfliktherd zwischen benachbarten Künstlern und den zukünftigen Anwohnern.
Unterschiedliche Auffassungen bestehen auch noch bei dem Grundstückspreis, den die Künstlergemeinschaft
an die Stadt München bezahlen soll. Oliver Stromberg: "Wegen der hohen Sanierungskosten können wir den
erwarteten Grundstückspreis nicht in voller Höhe bezahlen.“ Das Kommunalreferat hat bereits eine
wohlwollende Prüfung der zu veranschlagenden Grundstückskosten angekündigt, um einen möglichen Rahmen
abzustecken.
Im nächsten Schritt wird das ausgearbeitete Nutzungskonzept bei den Ausschüssen und Fraktionen des
Münchner Stadtrats sowie bei dem zuständigen Bezirksausschuss 12 präsentiert. Über die Reaktionen aus
diesen Gremien, den aktuellen Sachstand, das ausgearbeitete Nutzungskonzept und Stellungnahmen dazu
informiert die IG Domagkateliers Presse und Öffentlichkeit wieder ausführlich im November 2006 mit einem
aktuellen Zwischenbericht.
-> Diese Information als PDF-Datei herunterladen |