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Im Münchner Rathaus saßen heute morgen der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung, der Kulturausschuss und der Kommunalausschuss zum Thema "Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Funkkaserne". Die Tagesordnung enthielt folgende Punkte: a) Funkkaserne, Domagkateliers - Berücksichtigung der Künstlerinnen und Künstler b) Die Künstlerkolonie noch nicht verloren geben ! Antrag Nr. 02-08 / A 02181 der Stadtratsfraktion Bündnis 90/ DIE GRÜNEN/RL vom 17.12.2004
Zur Entscheidung sollte unter anderem kommen ... eine Beschlußvorlage aus den Referaten der Stadt, die den Künstlern "vorerst" nur noch 6.000 qm (statt bisher 20.000 qm) zu günstigen Bedingungen für einen "Künstlerhof" zugesteht.
Statt auf "Europas größte Künstlerkolonie" setzen die Referate der Landeshauptstadt nun also auf einen wesentlich kleineren Künstlerhof und geben damit diese Besonderheit der Domagkateliers auf. Weitere 14.000 qm sollen von den Künstlern laut dieser Vorlage zwar im restlichen Kasernenareal zum "Verkehrswert" erworben werden können. Da dieser Verkehrswert in München aber sehr hoch ist, wird es den Künstlern beinahe unmöglich gemacht, dort etwas zu erwerben.
Nach monatelangen Mietvertragsverhandlungen mit dem Mitte 2004 vom Bundesvermögensamt installierten Generalmieter Christoph Fisser, der das Areal der Funkkaserne ab der Jahreswende bis Ende 2007 verwalten sollte, plante die Künstlerschaft für diese drei Jahre die weitere Entwicklung des Künstlerviertels im Münchner Norden. Von der Stadt kamen in dieser Zeit viele Bekenntnisse zur Künstlerkolonie.
Kurz vor Weihnachten wurde das vorläufige Ergebnis einer Kanaldichtigkeitsprüfung bekannt: Der Abwasserkanal unter der Funkkaserne ist marode. Folge: Die teilweise bereits abgeschlossenen Mietverträge wurden wieder gekündigt. Nun kämpfen die Domagkateliers wieder einmal ums Überleben. Alle Vorschläge von Seiten der Stadt zur Sanierung, Reparatur oder provisorischen Überbrückung des Kanalproblems wurden von den Referaten als nicht machbar eingestuft und eine weitere Duldung der Ateliernutzung abgelehnt.
Die Künstlerschaft hatte rechtzeitig einen eigenen Vorschlag zur Lösung des Abwasserproblems erarbeitet und eingebracht. Dieser wurde von städtischer Seite aber nicht berücksichtigt. Es handelt sich dabei um vom Bundesumweltamt empfohlene Kleinkläranlagen mit Mikro-Filtrationstechnik. Diese Lösung ist kostengünstig, kurzfristig realisierbar, nachhaltig und genehmigungsfähig. Damit wären wenigstens die Abwasserprobleme gelöst.
Auf Anträge der Fraktionen in der heutigen Sitzung soll nun von den Referaten immerhin innerhalb einer Woche geprüft werden, ob die Mikro-Filtrationstechnik ein gangbarer Weg sein kann.
(Meldung von: Interessengemeinschaft Domagkateliers)
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