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Aus dem Bericht des Kulturausschusses des Stadtrats vom 16.11.2006:
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Die sich selbst so bezeichnende größte deutsche Künstlerkolonie befindet sich in der ehemaligen Funkkaserne an der Domagkstraße und umfasst nicht nur Künstlerpersönlichkeiten aus den Schaffenssparten der Bildenden Kunst im Sinne der städtischen Förderkriterien. In ihrer Gesamtheit ist eine solche Gemeinschaft für eine Großstadt sehr wünschenswert.Nachdem es der Landeshauptstadt München gelungen ist, das Gelände der ehemaligen Funkkaserne vom Bund zu erwerben, wurde vom Planungsreferat ein Rahmenplan mit der Hauptzielrichtung „Wohnen“ entwickelt, der am 16.02.2006 von der Vollversammlung des Stadtrats beschlossen wurde.
Auf dieser Grundlage wird derzeit ein Bebauungsplanentwurf erarbeitet und anschlie-ßend das Bebauungsplanverfahren weiter-geführt. Der Rahmenplan sieht in Bezug auf die Künstlerinnen und Künstler Folgendes vor: Wie im gemeinsamen Beschluss des Planungsre-ferates, des Kulturreferates und des Kommu- nalreferates vom 12.01.2005 ausführlich darge- stellt, kann aus Gründen der Finanzierbarkeit den Künstlerinnen und Künstlern im Bestand eine Fläche von ca. 6.000 m² zur Verfügung (im Haus Nr. 50) gestellt werden.
Durch die Neuplanung der im Südosten angelegten „Cité des artistes“ können jedoch in diesem künftigen Wohngebiet bei Bedarf und gesicherter Finanzierung im Bereich des Verkehrswertes weitere Bestandsgebäude im Umfang von ca. 7.000 m² Geschossfläche und schrittweise durch Neubauten ergänzt oder ersetzt werden. Sie erfährt damit nach und nach eine Umdeutung der vorhandenen Situation. Die „Cité“ transformiert so zu einem eigenen Wohnbereich, der den Intentionen der Künstlerinnen und Künstler Raum bietet und eine gegebenenfalls erforderliche Neustruktu- rierung, auch in Teilbereichen, zulässt.
Das Gesamtkonzept des Rahmenplans berücksichtigt, dass im abzuleitenden Bebau-ungsplan die ca. 7.000 m² fehlende Geschoss-fläche zum Nachweis der zugesicherten 20.000 m² Geschossfläche für die Künstlerinnen und Künstler zusätzlich im Planungsgebiet zur Aus- weisung gelangen können. Diese Flächen stehen dann zum jeweiligen Verkehrswert zur Verfügung. Der Wegfall der gesamten Atelierkapazitäten an der Domagkstraße hätte für die Münchner Künstler/innen katastrophale Auswirkungen. Von Seiten der Landes-hauptstadt sind bei weitem nicht die räum-lichen Auffangmöglichkeiten verfügbar.
Konsequenz wäre die Abhängigkeit der Betroffenen vom kommerziellen Mietmarkt mit seinen für Künstler zumeist unerschwinglichen Konditionen.
Aufgrund der misslichen städtischen Finanz-lage wird derzeit davon ausgegangen, dass die Künstler die in Frage kommenden Grundstücke / Gebäude zum jeweiligen Ver-kehrswert selbst kaufen müssen. Zu diesem Zweck haben sich die Künstlerinnen und Künstler inzwischen zu einer Interessenge-meinschaft zusammengeschlossen und ein Projektentwicklungsbüro mit einer Entwick-lungsstudie beauftragt.
Die Interessensgemeinschaft (IG) Domagk-Ateliers und das Projektentwicklungsbüro COMES REAL haben am 31.08.2006 dem Kommunalreferat, dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung und dem Kulturreferat ein Nutzungskonzept vorgestellt, das in seiner kleinsten Variante 118 Ateliers mit einer Gesamtnutzfläche von ca. 4.160 qm (durchschnittlich rd. 35 qm je Atelier) und einer Geschossfläche von ca. 7.714 qm vorsieht.
Die geschätzten Sanierungskosten liegen bei ca. 3,133 Mio. € (ca. 26.550 € je Atelier). Das Konzept geht von der Nutzung der Häuser 49 und 50 aus. Nach derzeitiger Beschlusslage ist jedoch nur das Haus 50 als Sondergebiet Künstler vorgesehen, das Haus 49 als allgemeines Wohngebiet. Der Grundstücks-wert für Haus 49 wäre demnach zum Verkehrswert mit ziemlicher Sicherheit im Rahmen des vorgestellten Nutzungskonzept nicht finanzierbar.
Das Nutzungskonzept sieht für das Haus 50 eine Anzahl von 77 Ateliers mit einer Gesamt-nutzfläche von ca. 3.011 qm (durchschnittlich ca. 39 qm je Atelier), einer BGF von ca. 4.522 qm und Sanierungskosten von ca. 1,933 Mio. € vor. Das Kulturreferat wird den Stadtrat voraussichtlich im November d. J. mit den weiteren Entwicklungen und Planungen bzgl. der Domagkateliers ausführlich befassen. |